29. >radeln-weltweit< Tour: Petra - alte Königsstrasse bis zum Mt. Nebo
durch eine Flugverspätung der königlichen Jordanien-Air, fiel der direkte Weiterflug von Amman nach New Delhi aus. Ein 2-tägiger-Stop Over in Jordanien wurde möglich. Die Kosten für das 5-Sterne-Hotel am Airport Amman, übernahm die "königliche Airline". Am nächsten Morgen startete ich mit dem Bus nach Petra. Die Fahrt entlang der arabischen Wüste war eintönig, in den Bergen lagen noch die Schneereste der zurückliegenden Kaltwetter-Periode. Das tief in einem Talkessel gelegene Petra erreichte ich Mittags - bei schönstem Sonnenschein. Überall wurde emsig gebaut und renoviert, die neue Saison stand unmittelbar bevor.
Mit dem Rad ging´s dann zur verlassenen Felsenstadt Petra, das in der Antike die Hauptstadt der Nabatäer war. Wegen Ihrer Grabtempel, deren Monomental-fassaden direkt aus dem Fels gemeisselt wurden, gilt Petra als einzigartiges Kulturdenkmal, das 1985 in die Liste UNESCI-Welterbes augenommen wurde.
Amman - Felsenstadt Petra - entlang des Kontinental-Grabens am Toten Meer
...der Eingang zur Felsenstadt war
eher unspektakulär, erst im
weiteren Verlauf der Schlucht war
die grosse Geschichte dieses Ortes
zu spüren. Durch den Guide einer
japanischen Reise-Gruppe erfuhr ich
weitere Details zu diesem UNESCO-Weltkultur-Erbe.
...für die Besichtigung der langen Felsen-Schlucht,
boten die Beduinen ihre Esel als Reittiere an -
bis Anfang der 80-iger Jahre
wurden viele der Felsenstadt-
Höhlen noch von Beduinen bewohnt.
... das Beduinen-Mädchen "Abia" aus der Familie Al-bedoul vermittelte Kamelritte und wechselte noch lieber Dollars in Rial,
ihr Blick war traurig und verloren. Die Begeisterung der Petra-Touristen berührte sie kaum.
ein Fels-Spalt machte plötzlich den Blick frei für das Khazne al-Firaun.
Es war wie in einem gewaltigen Natur-Theater, dessen mächtiger
Vorhang eine Jahrtausend alte Menschheits- und Kultur-Geschichte zur Betrachtung freigab.
Die Anspannung der jungen Japanerinnen entlud sich in diesem Moment durch ohrenbetäubendes Schreien und Gejohle.....
....der Eingang des Schatzhauses (Haupt-Tempel) wurde bewacht von einem historisch bewaffneten Nabathäer-Krieger.
Die 40 Meter hohe Fassade, vollständig aus dem rötlich schimmernden
Sandstein herausmodeliert, wirkte überwältigend.
Der Erhaltungszustand war beeindruckend, keine Anzeichen von Erosion.
Das Khaze al-Firaun wirkte so frisch und authentisch, als wäre es gerade - und nicht vor mehr als 2500 Jahren - erbaut worden.
Am äusseren Siq war das imposante römische Amphitheater und weitere Grabstellen zu
bewundern. Ein älterer Japaner skizzierte dort akribisch jede Steinformation. Viele unvollendete Modellierungs-Versuche in den Felswänden zeigten auch, wie schwer diese - einem Tief-Relief entsprechende Architektur und
Bauform - zu beherrschen war, der kleinste Fehler führte unweigerlich zum Abbruch.
... nicht die Römer, sondern die Griechen - mit Ihrer klassischen
Bauformen - waren das Vorbild für die Felsenstadt der Nabathäar.
Der unermessliche Reichtum, der sich aufgrund der einmaligen Lage
ergab, investierten die Nabathäer
in den Ausbau Ihrer Felsenschlucht,
Petra galt in der Antike als eines der 7 Weltwunder.
....das Geheimnis der Beduinen.
Die Familie Al-bedoul, ein stolzer und freier Beduinen-Stamm, lebte bereits jahrhundertelang in den Felshöhlen von Petra, ehe Petra im Jahr 1985 zum UNESCO-Weltkulturerbe erhoben wurde und die Familie Al-bedoul wegen der damit verbundenen umfangreichen Restaurierungsarbeiten in nahegelegene Beduinen-Dörfer umgesiedelt werden mußte.
Noch vor dieser Zeit durchquerte ich bereits mit dem Rad die
Wüste Negev und die Halbinsel Sinai bis zum Mt. Sinai (Katharinen-Kloster). Immer wieder wurde ich von frei umherziehenden Beduinen-Familien eingeladen und bewirtet.
Heute führen die Beduinen Touristen aus aller Welt, durch die Schönheiten
Ihrer Landschaften. Das Felsental Petra wurde als spiritueller Sehnsuchtsort
wieder entdeckt.
Auf der alten Königsstrasse - am Toten Meer - zum Mt. Nebo.
...die 5000 Jahre alte und 335 Kilometer lange Königstrasse, die
Syrien mit Ägypten und Arabien verbindet, führt östlich des Toten Meeres - von Petra durch das Wadi Mujib zur Kreuzritter-Stadt Kerak bis hinauf zum Mt. Nebo.
Moses soll auf dieser Route sein Volk in das jordanische Land Edom geführt haben.
...die Kreuzritter-Burg Kerak gilt als historisch
bedeutende Stadt der Moabiter und der Nabathäer.
Die von Kreuzfahrer 1136
errichtete massive Burg ermöglichte die Kontrolle der Beduinen
sowie der Handelsrouten von Damaskus nach Ägypten und Mekka.
...eine lange Paßfahrt hinunter zum Toten Meer, wo die Zeit in
den letzten zweitausend Jahren kaum Spuren hinterliess -
am Horizont zu sehen war Jericho - eine der ältesten Stadte der Welt - hoch über Toten Meer die Festung Massada, darunter die 11 Felsenhöhlen von Khirbet Qumram. Das unwirtliche Klima entlang des Kontinental-Grabens, konservierte diese bedeutenden Orte der Menscheits-Geschichte auf beeindruckendende Weise.
Hier liess Gott JAWE - Moses einen Blick in das gelobte Land werfen.
...das heilige Land ganz nah!
Qumran 25 km - Bethlehem 50 km - Jericho 27 km - Jerusalem 45 km
...am gleichen Tage sprach der Herr zu Moses: "Steige auf das
Gebirge Abarim hier, auf den Berg Nebo im Lande Moab, gegenüber von Jericho! Schau das Land Kanaan, das ich den Israeliten als Eigentum verleihen will! Sterben sollst Du auf dem Berg, auf den du steigst, und dich zu deinen Stammesgenossen scharen, wie dein Bruder Aaron auf
dem Berg Hor gestorben ist und zu seinen Stammesgenossen versammelt wurde!" (Deuteronoium 32, 48-50)
Moses stieg .... auf den Berg Nebo, auf den Gipfel des Pisga, der gegenüber von Jericho liegt. Der Herr ließ ihn das ganze Land ....schaun. Der Herr sprach zu ihm: "Dies ist das Land, das ich dem Abraham, Isaak und Jakob eidlich zugesichert habe, indem ich sprach: " Deinen Nachkommen will ich es verleihen. Hinüberziehen aber darfst du nicht!". So starb dort Moses, der Knecht des Herrn, im Lande Mohab, gemäß dem Wort des Herrn. (Deuteronomium 34, 1-5)
Persönliches Reise-Fazit:
Jordanien liegt mitten im Nahost-Spannungs-
Feld - trotzdem gilt Jordanien als sicheres
Reiseland...
In der Felsenstadt Petra sind früheren Macht- Verhältnisse in dieser Region hervorragend zu studieren.
Die Fahrt am Toten Meer entlang, zum Mt. Nebo, wo sich das Grab Moses
befindet,
war in jeder Stunde aufregend.
Dieser - durch eine Flug-Verspätung - unge-plant entstandene Stop-Over war ein Geschenk des Schicksals, das mich beim durchsehen der Bilder immer wieder begeistert.
zurück zu Tourenziele